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Herzlich willkommen bei der GgG e.V.

Die Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung (GgG) e.V. ist eine gesellschaftspolitische Initiative mit dem Ziel, die soziale Akzeptanz von dicken Menschen zu verbessern und Diskriminierung auf der Basis von Körpergewicht zu bekämpfen.

Die Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung ist eine Vereinigung von Menschen aller Kleidergrößen und Bauchumfänge, die aus ganz verschiedenen Gründen nicht einverstanden sind damit, wie unsere Gesellschaft mit dicken Menschen umgeht. Da wir ein gesellschaftspolitisches Ziel haben und uns nicht primär als Betroffenengruppe sehen, ist das Gewicht unserer Mitglieder für uns von nachgeordneter Bedeutung. Was für uns zählt, ist die Motivation, gegen einen uns alle schädigenden Schlankheitswahn aktiv vorzugehen.

Wir von der Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung arbeiten daran, weit verbreitete Vorurteile zum Thema Körpergewicht abzubauen. Wir bieten Informationen, die einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Thema fördern, und unterstützen Einzelne im Falle einer Diskriminierung wegen ihres Gewichts.

Literatur-Empfehlungen

Das Thema Gewichtsdiskriminierung und Gegenpositionen zu den gängigen Vorurteilen in Bezug auf hohes Gewicht finden nur sehr langsam in die Politik. In der Literatur sind diese Themen aber bereits fest verankert. Wir haben im Folgenden einige Titel für Sie zusammengestellt, die sich mit der "Bannung" des Fettes, den Erfolgsaussichten von Diäten und dem aktuellen Schönheitsideal kritisch auseinandersetzen.

Wir freuen uns sehr, dass wir inzwischen einen Teil dieser Wissenschaftler, Ärzte und Aktivisten in unserem Beirat begrüßen dürfen.

Fett – und das ist gut so. Wie dicke Menschen gegen Vorurteile kämpfen

Unter diesem Motto stand die Sendung der Reihe “Kulturtermin” des rbb vom 12.11.2016, die zeigte, dass dieser Widerstand längst nicht mehr auf Basis der Rolle der*des Betroffenen erfolgt sondern aus gesellschaftspolitischer Überzeugung. Da die Betrachtung des dicken Körpers häufig mit einer Diskussion über Gesundheit einhergeht, freuen wir uns sehr, dass neben unserer Vorsitzenden, Natalie Rosenke, auch unser Beiratsmitglied Dr. med Gunter Frank zu Wort gekommen ist, der die Panikmache rund um das Thema Gewicht pointiert in Frage zu stellen verstand.

Mit dem Effekt dieser um sich greifenden Angst vor Körperfett ist Prof. Dr. Eva Barlösius, eine weitere Interviewpartnerin der Sendung, gut vertraut, hat sie doch erst kürzlich in ihrer Publikation “Dicksein: Wenn der Körper das Verhältnis zur Gesellschaft bestimmt” einen Blick darauf geworfen, in welcher Form Kinder und Jugendliche hiervon bereits betroffen sind. Die Sendung ist noch bis zum 19.11.2016 auf der Website des rbb verfügbar.

Drei von vier US-Amerikaner_innen unterstützen gesetzliche Maßnahmen gegen Gewichtsdiskriminierung

Befragten in den USA wurden in einer Studie drei fiktive Gesetzesvorhaben vorgelegt, die dicke Menschen vor Diskriminierung schützen sollen. Über 70 Prozent der Befragten sprachen sich dafür aus, dass dicke Menschen denselben juristischen Schutz und dieselben Leistungen erhalten sollten wie Behinderte. Mehr als Dreiviertel der Befragten forderten die Einbeziehung von Gewichtsdiskriminierung in die Bürgerrechte (civil right laws). Und fast 80 Prozent sprachen sich für Maßnahmen gegen die Diskriminierung dicker Menschen am Arbeitsmarkt aus. Der Anteil der Befragten, die sich für Antidiskriminierungsmaßnahmen aussprachen, stiegt zwischen 2012 und 2015 um mehr als sieben Prozent. … weiterlesen

Plus Size und body positivity

Plus Size ist ein unübersehbarer Trend. Doch so erfreulich es ist, dass heute auf großen Modemessen, auf Plakaten und in Modekatalogen Frauen und Männer mit durchschnittlichen Körpermaßen gezeigt und repräsentiert werden, so wenig ist es ein Zeichen von wirklicher Körpervielfalt oder Akzeptanz dicker Körper. … weiterlesen

Miss Island verlässt Schönheitswettbewerb wegen body shaming

Die aktuelle Miss Island Arna Ýr Jónsdóttir hat einen internationalen Schönheitswettbewerb in Las Vegas vor der abschließenden Wahl zur Miss World verlassen. Der Grund: die Organisatoren haben sie aufgefordert, weniger zu essen, weil sie zu fett sei. Jónsdóttir schrieb zur Begründung für ihren Ruckzug: wenn ich ihnen zu fett bin, dann haben sie mich nicht verdient.  Jónsdóttir verließ die Veranstaltung, aber nicht die Stadt. Sie wolle sich noch ein paar Tage Las Vegas ansehen und vor allem gut Essen gehen, sagte sie CNN. … weiterlesen

Fat Shamer in Chief

Warum Donald Trumps Dickenfeindlichkeit kritisiert werden sollte, ohne dabei selbst dickenfeindlich zu werden.

Donald Trump hat in seiner Bewerbung für die Präsidentschaft der USA keine Minderheit mit Beleidigungen verschont. Er hat unter anderem Menschen mit Behinderung, Muslime, Latinos und Schwarze beleidigt. Vor allem hat er immer wieder Frauen auf ihr Äußeres reduziert: Models, Politikerinnen, Unternehmerinnen, Frauen, die ihn sexueller Übergriffe beschuldigten, sogar seine eigene Tochter. In der ersten Präsidentschaftsdebatte Ende September hat Trump gleich zweifach dicke Menschen stigmatisiert. … weiterlesen

Protest kann so kreativ sein: Unsere Vorsitzende war als mobiles Plakat unterwegs

citylight-plakatAn Ideen für Plakatmotive mangelt es dem Team der Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung nicht, doch noch gibt die Vereinskasse keine große Plakatkampagne her. Glücklicherweise genügt für große Aufmerksamkeit oft eine kleine Idee, wenn es die richtige ist. Unsere war ein 50 x 100 cm großer Plakatrahmen, der von hinten mit 120 LEDs beleuchtet wird und auf dem Rücken getragen werden kann – ein mobiles Citylight sozusagen.

“98 Prozent der Personaler*innen trauen dicken Frauen keine prestigeträchtigen Berufe wie Ärztin oder Architektin zu. 48 Prozent der Pflegekräfte empfinden es als unangenehm, dicke Menschen zu versorgen.”

Das sind Zahlen, die sich nicht ignorieren lassen, vor allem wenn sie als menschliches Plakat auf der Fachtagung “10 Jahre Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz – Evaluation und Ausblick” herumspazieren. Das Plakat stieß auf reges Interesse beim Publikum und war Türöffner für viele Gespräche.

Fachtagung “10 Jahre AGG – Evaluation und Ausblick”

agg_fachtagung_slnrSoll man das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz AGG um weitere Diskriminierungsmerkmale ergänzen und wenn ja, um welche? Sollen die Merkmale explizit genannt werden oder ist es strategisch klüger, eine offene Aufzählung zu verwenden, beispielsweise mit einer Formulierung wie “sonstige Merkmale”? Und wie lässt sich eine Anpassung des AGG in Hinblick auf weitere Merkmale am besten politisch umsetzen?

Das waren nur einige der Fragen, die im Forum “Aller guten Dinge sind sechs?” der heutigen Fachtagung der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) diskutiert wurden. Mitten dabei war Stephanie von Liebenstein, unsere Gründerin und stellvertretende Vorsitzende, die zusammen mit Volker Beck, Mitglied des Deutschen Bundestages (Grüne), Dr. Sabine Berghahn, Privatdozentin an der FU Berlin, und Steffen Beigang, Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung BIM, auf dem Podium saß. In ihrem Vortrag über Diskriminierungserfahrungen dicker Menschen fokussierte sie auf Lebensbereiche wie Arbeitswelt und Medizin/Gesundheitswesen, bei denen das AGG anwendbar wäre, wäre “Gewicht” ein geschütztes Merkmal.

Auch unsere Vorsitzende, Natalie Rosenke, war vor Ort und mit ihrem riesigen LED-beleuchteten Plakat auf dem Rücken buchstäblich nicht zu übersehen. Das Plakat stieß auf reges Interesse beim Publikum und war Türöffner für viele Gespräche. Fazit: Erfolg auf der ganzen Linie und einige schöne Einladungen zu weiteren Veranstaltungen! Wir danken der Antidiskriminierungsstelle des Bundes für die Einladung und die inhaltlich ungemein ertragreiche Tagung.

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