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Herzlich willkommen bei der GgG e.V.

Die Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung (GgG) e.V. ist eine gesellschaftspolitische Initiative mit dem Ziel, die soziale Akzeptanz von dicken Menschen zu verbessern und Diskriminierung auf der Basis von Körpergewicht zu bekämpfen.

Die Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung ist eine Vereinigung von Menschen aller Kleidergrößen und Bauchumfänge, die aus ganz verschiedenen Gründen nicht einverstanden sind damit, wie unsere Gesellschaft mit dicken Menschen umgeht. Da wir ein gesellschaftspolitisches Ziel haben und uns nicht primär als Betroffenengruppe sehen, ist das Gewicht unserer Mitglieder für uns von nachgeordneter Bedeutung. Was für uns zählt, ist die Motivation, gegen einen uns alle schädigenden Schlankheitswahn aktiv vorzugehen.

Wir von der Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung arbeiten daran, weit verbreitete Vorurteile zum Thema Körpergewicht abzubauen. Wir bieten Informationen, die einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Thema fördern, und unterstützen Einzelne im Falle einer Diskriminierung wegen ihres Gewichts.

Literatur-Empfehlungen

Das Thema Gewichtsdiskriminierung und Gegenpositionen zu den gängigen Vorurteilen in Bezug auf hohes Gewicht finden nur sehr langsam in die Politik. In der Literatur sind diese Themen aber bereits fest verankert. Wir haben im Folgenden einige Titel für Sie zusammengestellt, die sich mit der "Bannung" des Fettes, den Erfolgsaussichten von Diäten und dem aktuellen Schönheitsideal kritisch auseinandersetzen.

Wir freuen uns sehr, dass wir inzwischen einen Teil dieser Wissenschaftler, Ärzte und Aktivisten in unserem Beirat begrüßen dürfen.

Aktion “Gewichtsdiskriminierung fordert Opfer. Täglich.”

GgG_AGG_Festakt_01Im August 2016 ist das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) zehn Jahre alt geworden. Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) hat dies zum Anlass genommen, mit einem Festakt unter dem Titel “10 Jahre Schutz vor Diskriminierung in Deutschland” auf die Erfolge zurückzublicken und zukünftigen Ziele, wie eine Erweiterung des Diskriminierungsschutzes, in den Fokus zu rücken. Die Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung hat an letzteren Punkt angeknüpft und die Diskriminierung dicker Menschen mit der Aktion “Gewichtsdiskriminierung fordert Opfer. Täglich.” vor Ort visuell thematisiert.

Die Ergebnisse der Befragung “Diskriminierungserfahrungen in Deutschland” haben ein starkes Bewusstsein für die Notwendigkeit eines Schutzes des äußeren Erscheinungsbildes geschaffen. Das zeigte sich deutlich in der Podiumsdiskussion, in der hierauf Bezug genommen und insbesondere auf das Merkmal Gewicht sowie Gewichtsdiskriminierung hingewiesen wurde.

Das Outfit unserer Vorsitzenden, Natalie Rosenke, konnte darüber hinaus politisch begeistern: Wir freuen uns sehr, dass wir voraussichtlich Anfang des kommenden Jahres die Möglichkeit bekommen, einen Vortrag zum Thema Gewichtsdiskriminierung bei den Berliner Grünen zu halten.

“Deine Stimme hat Gewicht” weiterhin auf Erfolgskurs

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Im Herbst 2015 haben wir mit der Aktion “Deine Stimme hat Gewicht” zur Teilnahme an der Befragung “Diskriminierungserfahrungen in Deutschland” aufgefordertDer Aufruf war so erfolgreich, dass wir von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) zum Workshop für Expertinnen und Experten eingeladen wurden, um über die Studienergebnisse und Empfehlungen zu diskutieren. 

Gerne sind wir in unserem Sack im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vorbeigehüpft : )

Zum Artikel
Sackhüpfen im Bundesministerium

Zum Artikel
Deine Stimme hat Gewicht: Fakt!

“Voll Fett!” Sensibilisierungsworkshop und Ideenwerkstatt zum Thema Gesundheits- und Körpernormen

Magda Albrecht

Magda Albrecht von der Mädchenmannschaft wird vielen bereits ein Begriff sein. Die Aktivistin und Politische Bildnerin, wie sie sich selbst beschreibt, bietet demnächst in Berlin und Frankfurt einen Workshop an, der Interessierten offen steht.

Inhalt des Workshops: In der pädagogischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist die (Selbst-)Reflexion über Körper- und Gesundheitsnormen Voraussetzung für einen sensiblen und respektvollen Umgang mit Körpervielfalt.

Die Darstellung dicker Menschen in den Medien ist überwiegend stereotyp oder soll als “Abschreckung” dienen. Oftmals heißt es, Dicksein sei ungesund oder unattraktiv. Dieser Workshop soll über eine kritische Auseinandersetzung hinaus sensibilisieren und Lust darauf machen, in Institutionen Angebote für Jugendliche zu schaffen, die körpergewichtsbezogene Diskriminierung mitdenken. Eingeladen sind Fachmenschen der sozialen Arbeit und aus pädagogischen Berufen, die sich (selbst-)kritisch mit Schönheits- und Gesundheitsnormen auseinandersetzen möchten. Themenspezifische Materialien werden bereitgestellt.

Zielgruppe: Fachkräfte in pädagogischen Berufen bzw. der sozialen Arbeit, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten.

16. September 2016 – Frankfurt am Main
in Kooperation mit Frankfurter Zentrum für Essstörung
Die Kosten für die Teilnahme betragen 20 Euro, ermäßigt 10 Euro und können direkt vor Ort bezahlt werden.

1. Oktober 2016 – Berlin
in Kooperation mit Dick & Dünn e.V.
Die Kosten für die Teilnahme sind noch nicht bekannt, wurden aber von uns angefragt.

Dick ist fabelhaft: #MermaidThighs

“Verdeckt ein Din A4 Blatt meine Taille komplett, wenn ich es davor halte? Habe ich eine deutlich sichtbare Bikinibrücke?” Keine Sorge, falls Sie keine Ahnung haben, wovon hier die Rede ist. In dem Fall sind Sie eher zu beneiden, denn hier geht es um zwei von vielen Wettstreiten im Netz, bei denen die Teilnehmerinnen per Photo auf einer der großen Plattformen wie Instagram oder Facebook beweisen, dass sie den “perfekten Körper” haben.

Auf Twitter wurde mit #Mermaidtighs (dt. Meerjungfrauenoberschenkel) gerade ein Gegentrend zur Bikinibrücke gestartet. Die Idee dahinter: Wenn sich die Oberschenkel berühren, ist man optisch deutlich näher an der Meerjungfrauenflosse dran als mit der Brücken-Lücke. Ein Ideal durch ein anderes zu ersetzen ist natürlich keine Lösung für das Problem, dass von außen immer wieder eine Erwartungshaltung an unseren Körper herangetragen wird, aber einen kleinen Augenblick schmunzeln und die Sprenkel der Gischt auf den Zehen funkeln fühlen, das muss gestattet sein.

zum Artikel der Cosmopolitan
#MermaidThighs is the best response to the thigh gap we’ve ever seen

Facebook sperrt erneut das Benutzerkonto von Tess Holiday

Es ist keine sechs Monate her, dass ein Bild von Tess Holiday auf Facebook entfernt wurde. Das Bild war Teil einer Kampagne von Cherchez la Femme, einer australischen Talkshow mit feministischem Fokus, und präsentierte das dicke Model im Bikini. Gemäß der ersten Bewertung von Facebook zeigte es damit Körperteile in unerwünschter Weise.

Am 16. August ist Tess Holliday erneut von Facebook geblockt worden. Sie hatte einen Screenshot veröffentlicht, der einen Einblick in die Drohungen und Beleidigungen gab, die das Model aufgrund ihres Körpers erhält. Insgesamt wurde sie damit zum dritten Mal von Facebook unverschuldet gesperrt.

zum Artikel von Revelist
Tess Holliday was blocked from Facebook for calling out her harassers

HP wirbt mit dem Slogan “Power to the Thinnest”

Der Wettlauf um den schnellsten Chip ist Schnee von gestern. Immer öfter geht es darum, wer den dünnsten Laptop in der Produktreihe vorweisen kann. HP fasst diese Tatsache mit “Power to the Thinnest” zusammen und ist mit diesem Slogan in puncto Diskriminierung ausgesprochen nah an der gesellschaftlichen Realität.

Virgie Tovar hat das Plakat zum Anlaß genommen, auf diesen Umstand mit einem ausgestreckten Zeigefinger aufmerksam zu machen. Wir sind gespannt, ob sich diese “Photo-Option” auch in Deutschland ergeben wird, und ob einige Autohersteller das Thema aufgreifen, um mit dem exakten Gegenteil zu werben.

Das Antidiskriminierungsgesetz feiert 10-jähriges Bestehen

Vor 10 Jahren ist das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) in Kraft getreten. Ziel des Gesetzes ist es laut § 1 “Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen.” Damit bietet das Gesetz bisher keinen allgemeingültigen sondern nur einen auf die genannten Merkmale begrenzten Schutz vor Diskriminierung.

Das wird von Initiativen wie der Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung e.V.​ und der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS)​ gleichermaßen kritisiert. “Das AGG ist noch jung und viele Fragen zu Diskriminierung in Deutschland sind kaum oder gar nicht wissenschaftlich untersucht oder durch die Rechtsprechung geklärt. Wir wissen zum Beispiel noch zu wenig darüber, wer in Deutschland von Diskriminierung betroffen ist und aufgrund welcher Merkmale Menschen am häufigsten benachteiligt werden. Deshalb arbeitet die Antidiskriminierungsstelle daran, mehr Erkenntnisse zum Thema zu gewinnen und Forschung voranzutreiben.”

Ein Meilenstein auf diesem Weg war die groß angelegte Bevölkerungsbefragung zu “Diskriminierungserfahrungen in Deutschland” im Herbst 2015, an der mehr als 18.000 Menschen teilnahmen und deren Zwischenbericht im Frühling diesen Jahres veröffentlich wurde.

Wir gratulieren der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS), die zeitgleich mit dem Gesetz am 18.08.2006 den Dienst aufgenommen hat, zum 10-jährigen Bestehen und wünschen ihr, dass der finale Bericht der Befragung sich als ein Hebel erweist, mit dem die politische Diskussion zur Überarbeitung des AGG angestoßen werde kann.

Dick gilt nicht als repräsentabel

Das ägyptische Staatsfernsehen hat acht Moderatorinnen aufgefordert, ihr Gewicht zu reduzieren. Ziel ist es “das schöne Bild all unserer TV-Sender wiederherzustellen”, so die Senderleitung. Die gewünschte Vorgabe soll binnen eines Monats erreicht werden. Ob die Moderatorinnen für diesen Zeitraum suspendiert werden, ist unklar, dass sie nicht vor der Kamera arbeiten dürfen, steht fest.

Zum Artikel des SPIEGEL
Fernsehen setzt Moderatorinnen auf Diät

Gewichtsdiskriminierung wird olympisch

Die Sportler*innen der Olympischen Spiele stellen die Grenzen des körperlich Machbaren immer wieder neu in Frage. Sie treten an, um ihr Können zu zeigen und an ihrer Leistung gemessen zu werden, doch die Reaktionen auf die mexikanische Gymnastin Alexa Moreno (22) und den äthiopischen Schwimmer Robel Kiros Habte (24) zeigen, wie sehr beides in den Hintergrund tritt, wenn der Körper den Vorstellungen der Zuschauer*innen nicht entspricht.

Beide Olympioniken sahen sich in den sozialen Netzen einer Reihe von Kommentaren gegenüber, in denen sie als zu dick für die Sportart bezeichnet und beleidigt wurden.

Zum Artikel von BuzzFeedNews
This Gymnast Was Body-Shamed On Social Media After Her Olympic Performance

Zum Artikel von Upworthy
The internet is rallying around this Ethiopian swimmer who was fat-shamed

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