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Herzlich willkommen bei der GgG e.V.

Die Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung (GgG) e.V. ist eine gesellschaftspolitische Initiative mit dem Ziel, die soziale Akzeptanz von dicken Menschen zu verbessern und Diskriminierung auf der Basis von Körpergewicht zu bekämpfen.

Die Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung ist eine Vereinigung von Menschen aller Kleidergrößen und Bauchumfänge, die aus ganz verschiedenen Gründen nicht einverstanden sind damit, wie unsere Gesellschaft mit dicken Menschen umgeht. Da wir ein gesellschaftspolitisches Ziel haben und uns nicht primär als Betroffenengruppe sehen, ist das Gewicht unserer Mitglieder für uns von nachgeordneter Bedeutung. Was für uns zählt, ist die Motivation, gegen einen uns alle schädigenden Schlankheitswahn aktiv vorzugehen.

Wir von der Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung arbeiten daran, weit verbreitete Vorurteile zum Thema Körpergewicht abzubauen. Wir bieten Informationen, die einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Thema fördern, und unterstützen Einzelne im Falle einer Diskriminierung wegen ihres Gewichts.

Literatur-Empfehlungen

Das Thema Gewichtsdiskriminierung und Gegenpositionen zu den gängigen Vorurteilen in Bezug auf hohes Gewicht finden nur sehr langsam in die Politik. In der Literatur sind diese Themen aber bereits fest verankert. Wir haben im Folgenden einige Titel für Sie zusammengestellt, die sich mit der "Bannung" des Fettes, den Erfolgsaussichten von Diäten und dem aktuellen Schönheitsideal kritisch auseinandersetzen.

Wir freuen uns sehr, dass wir inzwischen einen Teil dieser Wissenschaftler, Ärzte und Aktivisten in unserem Beirat begrüßen dürfen.

Das Antidiskriminierungsgesetz feiert 10-jähriges Bestehen

Vor 10 Jahren ist das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) in Kraft getreten. Ziel des Gesetzes ist es laut § 1 “Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen.” Damit bietet das Gesetz bisher keinen allgemeingültigen sondern nur einen auf die genannten Merkmale begrenzten Schutz vor Diskriminierung.

Das wird von Initiativen wie der Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung e.V.​ und der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS)​ gleichermaßen kritisiert. “Das AGG ist noch jung und viele Fragen zu Diskriminierung in Deutschland sind kaum oder gar nicht wissenschaftlich untersucht oder durch die Rechtsprechung geklärt. Wir wissen zum Beispiel noch zu wenig darüber, wer in Deutschland von Diskriminierung betroffen ist und aufgrund welcher Merkmale Menschen am häufigsten benachteiligt werden. Deshalb arbeitet die Antidiskriminierungsstelle daran, mehr Erkenntnisse zum Thema zu gewinnen und Forschung voranzutreiben.”

Ein Meilenstein auf diesem Weg war die groß angelegte Bevölkerungsbefragung zu “Diskriminierungserfahrungen in Deutschland” im Herbst 2015, an der mehr als 18.000 Menschen teilnahmen und deren Zwischenbericht im Frühling diesen Jahres veröffentlich wurde.

Wir gratulieren der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS), die zeitgleich mit dem Gesetz am 18.08.2006 den Dienst aufgenommen hat, zum 10-jährigen Bestehen und wünschen ihr, dass der finale Bericht der Befragung sich als ein Hebel erweist, mit dem die politische Diskussion zur Überarbeitung des AGG angestoßen werde kann.

Dick gilt nicht als repräsentabel

Das ägyptische Staatsfernsehen hat acht Moderatorinnen aufgefordert, ihr Gewicht zu reduzieren. Ziel ist es “das schöne Bild all unserer TV-Sender wiederherzustellen”, so die Senderleitung. Die gewünschte Vorgabe soll binnen eines Monats erreicht werden. Ob die Moderatorinnen für diesen Zeitraum suspendiert werden, ist unklar, dass sie nicht vor der Kamera arbeiten dürfen, steht fest.

Zum Artikel des SPIEGEL
Fernsehen setzt Moderatorinnen auf Diät

Gewichtsdiskriminierung wird olympisch

Die Sportler*innen der Olympischen Spiele stellen die Grenzen des körperlich Machbaren immer wieder neu in Frage. Sie treten an, um ihr Können zu zeigen und an ihrer Leistung gemessen zu werden, doch die Reaktionen auf die mexikanische Gymnastin Alexa Moreno (22) und den äthiopischen Schwimmer Robel Kiros Habte (24) zeigen, wie sehr beides in den Hintergrund tritt, wenn der Körper den Vorstellungen der Zuschauer*innen nicht entspricht.

Beide Olympioniken sahen sich in den sozialen Netzen einer Reihe von Kommentaren gegenüber, in denen sie als zu dick für die Sportart bezeichnet und beleidigt wurden.

Zum Artikel von BuzzFeedNews
This Gymnast Was Body-Shamed On Social Media After Her Olympic Performance

Zum Artikel von Upworthy
The internet is rallying around this Ethiopian swimmer who was fat-shamed

Nike zeigt mehr Gewichtsvielfalt auf Instagram

Nike-Test-Your-FitKundinnen der Nike-Stores werden in den Umkleidekabinen derzeit darauf aufmerksam gemacht, wie wichtig ein passender BH ist:

TEST YOUR FIT
80% aller Frauen tragen die falsche BH-Größe. Sorg dafür, dass Du nicht dazu gehörst. Fragen Sie einen Mitarbeiter Ihnen bei der Auswahl der richtigen Größe zu helfen.

Doch ist Nike wirklich Teil der Lösung oder nicht eher Teil des Problems? Einer der Hauptgründe, sich für einen zu kleinen BH zu entscheiden, ist und bleibt, dass die benötigte Größe nicht angeboten wird. Im deutschen Online-Shop von Nike ist vor allem in Bezug auf die Unterbrustweite noch reichlich Platz nach oben, denn hier ist bisher bereits bei 85 Schluss.

Womöglich gibt es Grund zur Hoffnung, denn Nike setzt seit vergangener Woche auf Vielfalt. Der Startschuss fiel am Sonntag mit der Veröffentlichung von zwei Photos auf Instagram, welche die New Yorker Yoga-Lehrin Claire Fountain und das Model Paloma Elsesser zeigen. Zur PR-Strategie kann man Nike in diesem Fall nur gratulieren. Das Unternehmen verzichtete auf eine große Ankündigung sowie das Label “Plus-Size” und fügte die Bilder seiner Instagram-Seite hinzu wie alle anderen. Dieses Maß an Normalität wurde in Bezug auf den dicke(re)n Körper als so revolutionär empfunden, dass es viel positives Echo in den sozialen Netzwerken und der Presse gab.

Sobald die entsprechende Größen im Handel und dem Online-Store ankommen, jubeln wir natürlich mit.

Sport und Spott kommen für dicke Menschen meist im Set

An dicke Menschen wird zwar immer wieder die Forderung herangetragen, dass sie Sport treiben sollen, wenn sie es tun, sehen sie sich aber nicht selten besonders deutlicher Gewichtsdiskriminierung gegenüber.

Ein extremes Beispiel hierfür ist der Übergriff von Dani Mathers. Sie machte im Fitnessstudio heimlich ein Photo von einer dicken Frau beim Duschen und stellte es mit den Worten “Wenn ich das nicht mehr aus dem Kopf kriege, schafft Ihr das auch nicht.” bei Snapchat ein.

Zum Artikel von Wear Your Voice:
It’s Time to Face Reality: Fatphobia is Violence and Dani Mathers is a Sexual Predator

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