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Wer übernimmt, wer hinterfragt?

 

Herzlich willkommen bei der GgG e.V.

Die Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung (GgG) e.V. ist eine gesellschaftspolitische Initiative mit dem Ziel, die soziale Akzeptanz von dicken Menschen zu verbessern und Diskriminierung auf der Basis von Körpergewicht zu bekämpfen.

Die Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung ist eine Vereinigung von Menschen aller Kleidergrößen und Bauchumfänge, die aus ganz verschiedenen Gründen nicht einverstanden sind damit, wie unsere Gesellschaft mit dicken Menschen umgeht. Da wir ein gesellschaftspolitisches Ziel haben und uns nicht primär als Betroffenengruppe sehen, ist das Gewicht unserer Mitglieder für uns von nachgeordneter Bedeutung. Was für uns zählt, ist die Motivation, gegen einen uns alle schädigenden Schlankheitswahn aktiv vorzugehen.

Wir von der Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung arbeiten daran, weit verbreitete Vorurteile zum Thema Körpergewicht abzubauen. Wir bieten Informationen, die einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Thema fördern, und unterstützen Einzelne im Falle einer Diskriminierung wegen ihres Gewichts.

Literatur-Empfehlungen

Das Thema Gewichtsdiskriminierung und Gegenpositionen zu den gängigen Vorurteilen in Bezug auf hohes Gewicht finden nur sehr langsam in die Politik. In der Literatur sind diese Themen aber bereits fest verankert. Wir haben im Folgenden einige Titel für Sie zusammengestellt, die sich mit der "Bannung" des Fettes, den Erfolgsaussichten von Diäten und dem aktuellen Schönheitsideal kritisch auseinandersetzen.

Wir freuen uns sehr, dass wir inzwischen einen Teil dieser Wissenschaftler, Ärzte und Aktivisten in unserem Beirat begrüßen dürfen.

Fat Studies in Deutschland – Hohes Körpergewicht zwischen Diskriminierung und Anerkennung

Cover Fat Studies DeutschlandNeuer Lesestoff fürs Bücherregal: Im BELTZ Verlag ist der Titel “Fat Studies in Deutschland – Hohes Körpergewicht zwischen Diskriminierung und Anerkennung” erschienen. Wir freuen uns sehr, dass die Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung die folgenden drei Artikel zum Buch beitragen durfte:

Dickenaktivismus in Deutschland.
Die Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung e.V.
Stephanie von Liebenstein

Über die gesellschaftliche Undenkbarkeit von Fat Sex und die Lust am dicken Körper
Natalie Rosenke … weiterlesen

Gewichtsdiskriminierung beflügelt den Profit

2017-02-17_EatkarusSeit Dienstag schwirrt der EDEKA-Spot “Eatkarus” durch die sozialen Medien. Doch seine Botschaft ist eine echte Bruchlandung. Denn zum Träumen braucht es keine Wespentaille – zum Fliegen übrigens auch nicht. Unterstützen Sie unsere Protestaktion auf und Twitter und Facebook, indem Sie unser Bild teilen. Eine gute Übersicht der bisherigen Kritik am Spot finden Sie in folgendem Artikel:

Artikel im Zeit-Blog “Teilchen”
Alles, nur kein Kugelmensch

Foodwatch: Essensretter nur für dünne Menschen?

weight-watch„Kein Junkfood-Marketing mit Comicfiguren!“, mit diesem Aufruf ermunterte Foodwatch im Dezember seine Mitglieder dazu, Studio 100 anzuschreiben. Ziel der Aktion: Figuren wie Biene Maja und Wickie sollen zukünftig nur noch zur Bewerbung von “gesunden Lebensmitteln” eingesetzt werden, „die Eltern guten Gewissens kaufen können“, so Foodwatch.

Eine sehr unglücklich gewählte Formulierung, denn die Aufteilung von Lebensmitteln in Gut und Böse ist fruchtbarer Boden für Essstörungen und damit, was Förderung und Erhalt der Gesundheit anbelangt, kontraproduktiv. Zur Illustration der Notwendigkeit der Aktion stellte der Verein den dicken Körpers als sich epidemisch ausbreitende Krankheit dar und hat damit maßgeblich dazu beigetragen, dass die Kombination dick und gesund weiterhin eine gesellschaftlich undenkbare bleibt.

Ja, wir brauchen Organisationen, die sich food watch zur Aufgabe machen, um die Rechte der Verbraucher*innen zu stärken, eine weitere Organisation, die sich weight watch zur Aufgabe macht, brauchen wir nicht!

Tagungsband zur AGG-Fachtagung veröffentlicht

10-jahre-agg-tagungsbandEs war einer der wichtigsten Meilensteine unserer Arbeit des vergangenen Jahres, Teil der Fachtagung “10 Jahre AGG – Evaluation und Ausblick” der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) zu sein. Im Forum “Aller guten Dinge sind sechs?” hat unsere Gründerin und stellvertretende Vorsitzende, Stephanie Freifrau von Liebenstein, unsere Positionen auf dem Podium erfolgreich vertreten:

Sowohl Volker Beck, Mitglied des Deutschen Bundestages (Bündnis 90 / Die Grünen), als auch Steffen Beigang, Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM), sprachen sich klar für eine Aufnahme des “äußeren Erscheinungsbildes” als schützenswertes Merkmal aus, wobei unter diesem Oberbegriff innerhalb der Diskussion Merkmale wie Gewicht und Größe zusammengefasst worden waren.

Den genauen Diskussionsverlauf können Sie ab sofort im zugehörigen Tagungsband nachlesen.

XL im Sack startet ins neue Jahr

xl-im-sack-an-der-uniUnsere Aktion “XL im Sack” ist eine Erfolgsgeschichte, an der wir kontinuierlich weiterschreiben. Im Dezember waren wir Teil des Winterfestes vom Stadtschloss Moabit und sind für das Interview im Deutschlandfunk nach Köln gereist.

Das neue Jahr haben wir mit dem guten Vorsatz begonnen, die Studentinnen und Studenten des Fachbereichs Public Health in Bezug auf Gewichtsdiskriminierung zu sensibilisieren und haben hierfür unser Beiratsmitglied Dr. Friedrich Schorb an der Universität Bremen besucht.

Keine Solidarität für dicke Menschen

505593_original_R_B_by_Rainer Sturm_pixelio.de“Dicke müssen endlich zahlen”, so die Forderung von Christoph Zürcher von der Neuen Zürcher Zeitung, der damit einen Aufpreis meint – schließlich würde das im Falle von übergewichtigem Gepäck genauso gehandhabt. Seine Sorge gilt den durch dicke Fluggäste reduzierten Gewinnen. Für die Flugbranche kündigt er daher das Solidaritätsprinzip auf und kommt zu dem Schluss: “Fliegen ist kein Menschenrecht.”

Diese Aussage stimmt erstmal in sich, denn in Art. 2 bis 18 der Europäischen Menschenrechtskonvention findet sich kein Recht auf Mobilität oder Teilhabe. Aus Art. 3 ließe sich allerdings durchaus ableiten, dass man Menschen generell nicht wie Gepäckstücke behandeln sollte, denn “Niemand darf […] erniedrigender […] Behandlung unterworfen werden.” Darüber hinaus ist die Achtung der Menschenwürde in Art. 7 der Bundesverfassung der Schweiz verankert, sie scheint allerdings in vergleichbar geringem Maße Anwendung im Falle von dicken Menschen zu finden wie Art. 1 Abs. 1 des Grundgesetzes.

Zum Artikel der NZZ
Dicke müssen endlich zahlen

Ausgegrenzt und abgewertet

Das war der Titel der Sendung “Lebenszeit” des Deutschlandfunks vom 16.12.2016, in der Gewichtsdiskriminierung nicht nur diskutiert wurde, sondern auch in ungewohnter Deutlichkeit zu Tage trat. Teilnehmer*innen der Diskussion waren Prof. Dr. rer. med. Claudia Luck-Sikorski, Leiterin der Forschergruppe “Stigmatisierung und internalisiertes Stigma bei Adipositas”, der Schauspieler Rainer Hunold und unsere Vorsitzende, Natalie Rosenke.

Sie können die Sendung auf der Website des Deutschlandfunk nachhören.

Fett – und das ist gut so. Wie dicke Menschen gegen Vorurteile kämpfen

Unter diesem Motto stand die Sendung der Reihe “Kulturtermin” des rbb vom 12.11.2016, die zeigte, dass dieser Widerstand längst nicht mehr auf Basis der Rolle der*des Betroffenen erfolgt sondern aus gesellschaftspolitischer Überzeugung. Da die Betrachtung des dicken Körpers häufig mit einer Diskussion über Gesundheit einhergeht, freuen wir uns sehr, dass neben unserer Vorsitzenden, Natalie Rosenke, auch unser Beiratsmitglied Dr. med Gunter Frank zu Wort gekommen ist, der die Panikmache rund um das Thema Gewicht pointiert in Frage zu stellen verstand.

Mit dem Effekt dieser um sich greifenden Angst vor Körperfett ist Prof. Dr. Eva Barlösius, eine weitere Interviewpartnerin der Sendung, gut vertraut, hat sie doch erst kürzlich in ihrer Publikation “Dicksein: Wenn der Körper das Verhältnis zur Gesellschaft bestimmt” einen Blick darauf geworfen, in welcher Form Kinder und Jugendliche hiervon bereits betroffen sind. Die Sendung ist noch bis zum 13.11.2017 auf der Website des rbb verfügbar.

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