Alternativen zum Rechtsweg


Warnung: Diese Seite ist kein Ersatz für kompetente Beratung durch eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt.

Es gibt viele Situationen, in denen der Rechtsweg nicht möglich ist oder wo er die Situation nicht verbessern würde. Es gibt mehrere Dinge, die Sie tun können, wenn Sie Opfer von Gewichtsdiskriminierung werden und den Rechtsweg entweder nicht beschreiten können oder wollen:

  • Holen Sie sich Unterstützung von Verbündeten, z.B. Freunden, Kollegen, Familienmitgliedern, Beratern, Psychologen oder Medizinern. Diese Leute können Ihnen helfen, Ihre eigenen Probleme zu bewältigen, und sie können das Problem beseitigen helfen, indem Sie Ihnen beistehen, für Sie eintreten und Sie verteidigen oder einfach durch Ihre Handlungen zeigen, dass sie hinter Ihnen stehen.
  • Oft ist es sehr wirkungsvoll, Beschwerdebriefe zu schreiben. Wenn eine Firma Sie diskriminiert, finden Sie heraus, welche Abteilung Beschwerden annimmt, und schreiben Sie ihr einen Brief. Schicken Sie als Anlage Kopien von Beweismaterial, z.B. auch Notizen von Gesprächen. Legen Sie einen Aktenordner an und behalten Sie Kopien von allem, was Sie verschicken, und allem, was Sie bekommen. Wenn Sie von einem Kollegen, Abteilungsleiter oder Chef schlecht behandelt wurden, könnten Sie dieser Person schreiben mit einer detaillierten Beschreibung dessen, was vorgefallen ist. Vergessen Sie nicht, eine Kopie des Briefes an den/die Vorgesetzte/n des Empfängers/der Empfängerin und alle anderen interessierten Parteien zu schicken. Vermerken Sie diese Tatsache am Ende des Briefes.
  • Warnung: Vergessen Sie nicht, dass das Schreiben eines solchen Briefes ein zweischneidiges Schwert sein kann. Wenn es wahrscheinlich ist, dass Ihr/e Chef/in etwas gegen Sie unternehmen oder Sie gar entlassen wird, wenn Sie einen Beschwerdebrief schreiben, tun Sie es bitte nicht! Überlegen Sie sich gut die Chancen und Risiken einer Konfrontation, sei sie schriftlich oder mündlich.
  • Die Medien können mächtige Verbündete sein. Finden sie heraus, wer für Ihre örtliche Zeitung oder Ihren lokalen TV-Sender über ähnliche Themen berichtet, und treten Sie mit dieser Person in Kontakt. Journalisten sind normalerweise ganz besonders interessiert an Storys über unfaire Behandlung durch die Gesellschaft, unfaire Regelungen oder Personen und Firmen, die Leute ohne Grund schlecht behandeln. Obwohl die Öffentlichkeit generell eher Vorurteile gegen dicke Menschen hat, haben Zuschauer oft Mitgefühl für eine reale Person, deren Situation sie verstehen können.
  • Hier eine kleine wahre Geschichte aus den Akten des Council of Size and Weight Discrimination (www.cswd.org): Charlie B. aus Rochester, New York, konnte kein Krankenhaus finden, das ihn behandeln konnte. Seine Erkrankung erforderte eine Computertomografie, doch die Krankenhäuser im Umkreis hatten kein Gerät, das groß genug für seinen Körperumfang war. Er ging mit seiner Geschichte zu seiner Lokalzeitung, die einen Artikel über sein Problem schrieb. Als Resultat des Artikels kontaktierten ihn mehrere Krankenhäuser mit größeren Geräten und boten ihm die Behandlung an. Das war natürlich hervorragende Werbung für diese Krankenhäuser, und Charlie bekam die Behandlung, die er brauchte.
  • Sprechen Sie die Person, die Sie diskriminiert, direkt darauf an. Am Besten gehen Sie dabei nicht auf Konfrontationskurs – vergessen Sie nicht, dass es hier darum geht, ein Problem zu lösen. Nehmen Sie erst einmal an, dass die Handlungen der diskriminierenden Person ein Verständnisproblem zur Ursache haben und dass Ihre Aufgabe nun ist, sie über die Realitäten der Situation aufzuklären. Manchmal ist es am Besten, darüber zu sprechen, wie Sie sich als diskriminierte Person fühlen; manchmal mag es aber auch besser erscheinen, streng kühl und rational aufzutreten und zu erklären, warum diskriminierende Handlungen für die Firma nicht produktiv sind.
  • Ein weiterer Fall aus den Akten des Council on Size and Weight Discrimination, www.csdw.org: Henry R. aus Minneapolis. Mit 1,77 m und 130 kg war Henry die dickste Person in seiner Abteilung einer Computerfirma. Sein Chef erklärte, sein Gewicht sei ein Problem, da er nicht in das jugendliche, gesunde Image passte, das seine Firma versuchte, auszustrahlen. Henry versuchte immer wieder abzunehmen, nahm danach aber immer wieder zu. Am Ende sagte sein Chef, wenn er nicht abnehme, laufe er Gefahr, ein Disziplinarverfahren angehängt zu bekommen. Nachdem er sich durch das Council hatte beraten lassen, beschloss Henry, die Situation ehrlich mit seinem Chef durchzugehen. Er fragte nach einem Termin für ein Treffen und erschien bewaffnet mit wissenschaftlichen und medizinischen Beweismitteln dafür, wie schwierig es ist, abzunehmen und sein Gewicht dann auf Dauer zu halten. Außerdem brachte er seine Arbeitszeugnisse mit, die zeigten, wie selten er krank war oder fehlte und seine hervorragenden Leistungen bewiesen. Er bat seinen Chef, sein Ultimatum zu überdenken, und betonte, was für ein wertvoller Angestellter er war und dass sein Gewicht noch nie seine Leistungen beeinträchtigt hatte. Henrys Chef sagte, dass er Henrys Ehrlichkeit und seinen Fleiß beim Vorbereiten dieser kleinen Präsentation sehr bewundere und entschloss sich, Henry eine zweite Chance zu geben. Er sagte Henry, dass er weiter versuchen solle, sich gesund zu ernähren und Sport zu machen. Zwar hoffe er, dass Henry dadurch an Gewicht verliere, versprach aber, dass er ihn nicht deswegen feuern werde. Henry arbeitet noch immer bei derselben Firma und hat ein viel besseres Verhältnis zu seinem Chef.
  • Vielleicht entscheiden Sie sich, nichts Offizielles zu unternehmen, und auch das ist eine legitime Entscheidung. In manchen Situationen, besonders bei Arbeitsverhältnissen, würden Sie Ihre Stelle oder Ihre Beziehungen mit Ihren Kollegen gefährden, wenn Sie die Person, die Sie diskriminiert, direkt konfrontieren. Wenn Sie sich entschließen, nichts zu unternehmen, reden Sie zumindest mit jemandem, dem Sie vertrauen, darüber. Manchmal kann es hilfreich sein, die ganze Situation noch einmal mit einem Freund oder einem Psychotherapeuten durchzugehen, damit Sie das alles nicht einfach nur herunterschlucken.
  • Und noch ein Fall aus den Akten des Council on Size and Weight Discimination (www.csdw.org): John P. aus Los Angeles arbeitete in einer sehr lebhaften Nachrichtenredaktion, und obwohl er sehr schwer war, hatte er keine Schwierigkeiten, alle nötige Arbeit zu erledigen, einschließlich eines nicht unwesentlichen Anteils an körperlicher Arbeit. Das Problem war, dass einige seiner Kollegen und sogar ein Abteilungsleiter sich ständig über ihn lustig machten, ihm eindeutige Spitznamen gaben, hinter seinem Rücken ein Schwein imitierten und sogar in seine dicken Arme und seinen Bauch pieksten. John bat den Council um Hilfe und schaltete einen Rechtsanwalt ein. Leider waren sowohl der Council als auch der Rechtsanwalt der Meinung, dass ein Gerichtsverfahren in diesem Fall keine gute Idee sei, denn es ging hier um eine Mobbing-Situation, und in Kalifornien gibt es (außer in San Francisco) derzeit noch keine Gesetze, die Gewichtsdiskriminierung verbieten. Außerdem war John der Meinung, dass eine gerichtliche Konfrontation mit den Leuten, die ihn mobbten, nicht helfen, sondern die Situation im Gegenteil noch verschlimmern würde (bis hin zur Entlassung). Er entschloss sich, nichts zu unternehmen, sondern einfach nur freundlich zu sein gegenüber seinen Kollegen. Außerdem beschloss er, einen Psychotherapeuten einzuschalten und seine Probleme mit der Situation durchzuarbeiten. Der Council empfahl ihm mehrere dickenfreundliche Psychotherapeuten in der Gegend, die verstehen würden, dass sein Problem Mobbing war und nicht sein Gewicht.
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