Dicke Menschen sind im Alltag immer wieder mit diskriminierenden Einstellungen konfrontiert und haben in vielen Lebensbereichen nicht die gleichen Chancen und Möglichkeiten wie dünne.
Arbeitgeber stellen dicke Leute oft nicht ein, besonders nicht in Positionen, die mit körperlichem Einsatz verbunden sind oder in denen es um Interaktion mit der Öffentlichkeit geht.
Unsere Position:
Arbeitgeber können darauf bestehen, dass ihre Angestellten, besonders wenn sie eine öffentliche Rolle einnehmen, gepflegt, angemessen gekleidet, freundlich und körperlich dazu in der Lage sind, ihre Arbeit gut zu machen. Ein Kriterium jedoch, das eine ganze Gruppe von Menschen ausschließt - Menschen ausländischer Abstammung z.B. oder Behinderte oder eben dicke Menschen - ist nicht akzeptabel.
Dicke Menschen werden oft wegen ihres Gewichts von ihren Arbeitgebern schikaniert, bekommen Aufgaben, für die sie überqualifiziert sind, und werden versetzt oder entlassen wegen unterschwelligen oder sogar offen ausgesprochenen Vorurteilen gegen ihr Gewicht.
Unsere Position:
Das einzig gültige Kriterium für die Einschätzung der Kompetenz einer Person am Arbeitsplatz, für die Entscheidung für Gehaltserhöhungen, Beförderungen, Disziplinarverfahren, Versetzung oder Entlassung ist die Leistung einer Person. Wenn ein Arbeitgeber der Meinung ist, das Gewicht seiner/s Angestellten schränkt deren/dessen Befähigung, den Job gut zu machen, ein, ist es absolut notwendig, dass der Arbeitgeber seine/n Angestellte/n darauf anspricht und die Situation versucht zu klären, statt direkt ein Urteil auf der Basis seines Gewichts zu fällen.
Ärzte und anderes medizinisches Personal raten ihren Patienten oft, einfach abzunehmen, egal, welches medizinische Problem diese haben, während eine dünne Person mit demselben Problem für ebendieses behandelt würde. Krankenhäuser und Praxen sind oft mit medizinischem Gerät (z.B. Computer- und Kernspintomographen) ausgestattet, die für Menschen ab einem gewissen Körperumfang nicht mehr benutzbar sind.
Dicken Menschen wird systematisch die private Krankenversicherung und Lebensversicherung verweigert, oder sie werden gezwungen, höhere Prämien als durchschnittlich schwere Menschen zu zahlen.
Unsere Position:
Das Gewicht einer Person hat nichts mit deren Gesundheitszustand oder ihrer gesunden oder ungesunden Lebensführung zu tun.
Bewerber für verschiedene Bildungseinrichtungen, die eine Zugangsbeschränkung haben, werden oft wegen ihres Gewichts abgelehnt. In einem berühmten amerikanischen Fall von Diskriminierung, der vor den Supreme Court (das amerikanische Äquivalent zum Bundesverfassungsgericht) endete, ließ eine Schwesternschule eine Studentin einen Vertrag unterschreiben, der sie dazu verpflichtete, entweder abzunehmen oder die Schule zu verlassen (der Gerichtshof erklärte den Vertrag für ungültig). In Deutschland werden schon Menschen, die nur wenig über dem Durchschnittsgewicht liegen, nicht in Schwesternschulen oder Ausbildungsprogramme für Stewardessen aufgenommen.
Vermieter, Wohnungs- und Grundstücksmakler weigern sich oft, an dicke Menschen zu vermieten oder zeigen ihnen schlechtere Wohnungen, als sie dünnen Klienten zeigen würden, weil viele Vermieter keine dicken Leute im Haus haben wollen.
Öffentliche Einrichtungen sind oft für dicke Leute nicht zu benutzen, wegen z.B. zu enger Drehtüren, zu enger Stühle, Türen, Gänge, Treppen und Toilettenkabinen. Flugzeuge, Bahnen und Busse haben meist viel zu enge Sitze.
Von der dicken Frau, die wegen ihres Gewichts nicht in einen Wanderchor aufgenommen wurde, über das dicke Paar, das wegen seines Gewichts kein Kind adoptieren durfte, bis hin zu dem dicken Mann, der seine Fitnessstudio-Mitgliedschaft gekündigt bekam, weil Kunden sich beschwert hatten, dass sie seinen Körper abstoßend fanden.
Hier finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen: FAQ.