Mädchen sind täglich einem ununterbrochenen Bombardement von destruktiven Botschaften über ihren Körper ausgesetzt. Medienbilder lehren sie (und uns), dass ihr Aussehen das Allerwichtigste an ihnen ist und vor allem, dass ihr Aussehen nie gut genug ist. Wegen dieser Botschaften beschäftigen sich Mädchen mehr mit ihrem Aussehen als mit den Fähigkeiten, die sie im wirklichen Leben haben. Und während sie sich abmühen, so ausgemergelt auszusehen wie das Idealbild, das sie zu bewundern gelernt haben, schädigen sich Mädchen sowohl physisch als auch psychisch.
Die 40 Milliarden Dollar schwere Diätindustrie produziert ununterbrochen einen Strom von großer Beachtung in den Medien findenden Bildern, die verdrehen, wie die "durchschnittliche" Frau aussieht. In Wirklichkeit sind die Models in Werbungen wesentlich dünner als normale Mädchen und Frauen, und Mädchen, die versuchen auszusehen wie diese Models, werden nur zu oft zu Opfern der Essstörungsepidemie, die durch unsere Gesellschaft fegt.
Der je-dünner-desto-besser-Standard schadet uns allen. Warum? Weil er uns davon abhält, uns mit den wirklich wichtigen Dingen auseinander zu setzen. Weil er uns dazu bringt, unsere eigenen einzigartigen und herrlich vielfältigen weiblichen Körper zu missachten. Weil er uns jährlich 40 Milliarden Dollar aus den Taschen zieht. Weil er Frauen verschiedener Kleidergröße in einem großen Schönheitswettbewerb gegeneinander antreten lässt, statt uns gegen die Kräfte, die uns alle unterdrücken, zu vereinigen.
Wir müssen verhindern, dass die Diätindustrie und die Ärzte, die von ihr abhängig sind, ihre Werte an unsere Töchter, Nichten, Enkelinnen und alle Mädchen in unserem Leben weitergeben. Wir müssen Verantwortung übernehmen für das, was wir Mädchen vermitteln, sowohl durch unser Verhalten als auch durch Worte. Wir sind eine potenzielle Quelle von geistiger Gesundheit, akkurater Information (im Gegensatz zu Konzernpropaganda) und politischer Analyse. Genau deshalb sind wir verpflichtet, unsere eigenen inneren Ängste Gewicht betreffend unter die Lupe zu nehmen und unser Verhalten zu hinterfragen, so dass wir klar und überzeugend vermitteln können, dass jede Kleidergröße eine gute Kleidergröße ist und dass jeder, egal, wie schwer, Respekt verdient.
Hier ein paar gewichtspraktische Vorschläge, wie das umgesetzt werden kann:
Es ist unsere Aufgabe, dafür zu sorgen, dass die nächste Generation aus dem Teufelskreis des Körperhasses ausbricht. Unsere Generation von Frauen hat schon am eigenen Körper erlebt, wohin das führt: zu einer Frauenkultur besessen von Gewicht, Essen, Abnehmen und oberflächlichem Aussehen. Wir haben die Möglichkeit, es für uns und unsere Töchter besser zu machen, indem wir lernen, unsere eigenen Körper zu lieben und zu respektieren, und diesen Prozess mit den Mädchen in unserem Leben teilen.
© 2003, Cathi Rodgveller, Projektmanagerin für das "Kids and Body Image"-Projekt des Council on Size and Weight Discrimination.
Cathi Rodgveller ist Schulpsychologin an einer Mittelschule, hat einen Masterabschluss und 15 Jahre Arbeitserfahrung mit Schulkindern. Sie macht Schulworkshops und Klassenvorträge über Körperbild und Gewichtsvielfalt für Kinder und Lehrer; außerdem leitet sie Elterngruppen, Workshops und Selbsthilfegruppen für Mädchen und Frauen und berät Einzelpersonen. Wenn Sie mehr Information möchten, mailen Sie ihr doch (auf Englisch): cathi@cswd.org
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