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Herzlich willkommen bei der GgG e.V.

Die Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung (GgG) e.V. ist eine gesellschaftspolitische Initiative mit dem Ziel, die soziale Akzeptanz von dicken Menschen zu verbessern und Diskriminierung auf der Basis von Körpergewicht zu bekämpfen.

Die Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung ist eine Vereinigung von Menschen aller Kleidergrößen und Bauchumfänge, die aus ganz verschiedenen Gründen nicht einverstanden sind damit, wie unsere Gesellschaft mit dicken Menschen umgeht. Da wir ein gesellschaftspolitisches Ziel haben und uns nicht primär als Betroffenengruppe sehen, ist das Gewicht unserer Mitglieder für uns von nachgeordneter Bedeutung. Was für uns zählt, ist die Motivation, gegen einen uns alle schädigenden Schlankheitswahn aktiv vorzugehen.

Wir von der Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung arbeiten daran, weit verbreitete Vorurteile zum Thema Körpergewicht abzubauen. Wir bieten Informationen, die einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Thema fördern, und unterstützen Einzelne im Falle einer Diskriminierung wegen ihres Gewichts.

Literatur-Empfehlungen

Das Thema Gewichtsdiskriminierung und Gegenpositionen zu den gängigen Vorurteilen in Bezug auf hohes Gewicht finden nur sehr langsam in die Politik. In der Literatur sind diese Themen aber bereits fest verankert. Wir haben im Folgenden einige Titel für Sie zusammengestellt, die sich mit der "Bannung" des Fettes, den Erfolgsaussichten von Diäten und dem aktuellen Schönheitsideal kritisch auseinandersetzen.

Wir freuen uns sehr, dass wir inzwischen einen Teil dieser Wissenschaftler, Ärzte und Aktivisten in unserem Beirat begrüßen dürfen.

Diskriminierung, aber mit Smiley

Die Antidiskriminierungsverbände Netzwerk Artikel 3 und Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung kritisieren die Twitter-Aktion des GKV-Spitzenverbands zum diesjährigen World Emoji Day als diskriminierend. Dieser hatte am 17.7. anlässlich des inoffiziellen Feiertages Emojis für verschiedene Gesundheitszustände vergeben. Parkinson wurde zur winkenden Hand, die einseitige Lähmung zum schmunzelnden Smiley, Impotenz zu einem nach unten zeigenden Da men und Adipositas zu einem Schweinchen. Betroffene und Antidiskriminierungsorganisationen kritisieren die Aktion als unsensibel und stigmatisierend.

Im Zentrum der Kritik steht dabei, dass durch die Aktion Krankheitsbilder ins Lächerliche gezogen und einseitige Stereotype wiederholt werden: So kann eine Leberzirrhose auf ganz unterschiedlichen Ursachen beruhen, unter anderem einer chronischen Virushepatitis. Die Repräsentation der Erkran- kung durch alkoholische Getränke – wie in der GKV-Aktion geschehen – verstärken jedoch das in der Bevölkerung ohnehin schon vorherrschende stigmatisierende Bild, dass die Betroffenen doch eigentlich selbst schuld an ihrer Erkrankung seien.

Die Wahl eines Schweins zur Darstellung von Adipositas verdeutlicht, in wie hohem Maße der „Witz“ dabei auf Kosten der Betroffenen ging. „Dass dicke Menschen sich ausgerechnet vom Spitzenver- band der gesetzlichen Krankenkassen als fette Sau bezeichnen lassen müssen, ist erschreckend. Wir wehren uns gegen diese Form von Entmenschlichung,“ so Natalie Rosenke, Vorsitzende der Gesell- schaft gegen Gewichtsdiskriminierung. Bei der Darstellung dicker Menschen als Schwein schwinge auch das Vorurteil mit, dicke Menschen seien maßlos, verfressen und impulsiv.

Der Dritte Bericht der Antidiskriminierungsstelle des Bundes zeigt: Diese Sicht auf dicke Menschen ist nicht ungewöhnlich im Gesundheitswesen. Das Risiko, im Bereich Gesundheitswesen anhand des Gewichts diskriminiert zu werden, ist ausgesprochen hoch. Menschen mit einer Behinderung oder psychischen Erkrankung erfahren hier ebenfalls auffallend häufig Diskriminierungen. Sie werden viel- fach nicht ernst genommen, und ihre individuellen Bedürfnisse bleiben allzu oft unberücksichtigt.
Der GKV-Spitzenverband hat sich inzwischen für den Tweet entschuldigt, doch Fragen bleiben: Wie kann es sein, dass ausgerechnet die Interessenvertretung der gesetzlichen Kranken- und Pflegekas- sen in Deutschland einen Beitrag dazu leistet, die Diskriminierung dicker Menschen weiter zu ver- schärfen? Natalie Rosenke stellt klar: „Von einem Spitzenverband wie dem der gesetzlichen Kran- kenversicherungen, die für die Gesundheitsversorgung der Mehrzahl der deutschen Bevölkerung zuständig sind, erwarten wir als Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung, dass er es als seine Aufgabe begreift, diskriminierende Stereotype abzubauen statt sie noch zu befördern“.

Pressemitteilung als PDF

Anti-Diät-Tag 2018: das Thema „Gewichtsdiskriminierung“ nimmt politisch Fahrt auf

Am Internationalen Anti-Diät-Tag 2018 blicken wir mit Freude auf einen Start ins Jahr zurück, der für die Akzeptanz dicker Menschen in unserer Gesellschaft einen entscheidenden Wendepunkt darstellen könnte. In Berlin sind die Forderungen der Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung auf Landesebene von der SPD aufgegriffen worden. Die JUSOS des Bezirks Mitte konnten sämtliche Bezirksverbände für die Anliegen unseres Forderungskatalogs gewinnen und die SPD Berlin-Mitte für drei der Hauptforderungen, darunter die Aufnahme des Merkmals Gewicht in das Landesantidiskriminierungsgesetz von Berlin. Sollte diese Erweiterung des Diskriminierungsschutzes umgesetzt werden, würde Deutschland damit eine Vorreiterrolle innerhalb Europas einnehmen. Bisher gibt es mit Reykjavík nur eine Stadt, die einen Schutz vor Diskriminierung anhand von Gewicht gesetzlich festgeschrieben hat.

Für die kommenden Landtagswahlen in Hessen und Bayern werden wir unsere Forderungen in Wahlprüfsteine umformen und mit den so entstandenen Fragen an alle Parteien herantreten, die eine gute Chance auf den Einzug in den Landtag haben. Wir werden damit den Grundsteine dafür legen, dass wir zukünftig vergleichbar gute Neuigkeiten aus weiteren Bundesländern für Sie haben.

Ihr Team der Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung

Unser politischen Forderungen für das Land Berlin

JUSOS Berlin
Beschluss F2_1/18

SPD Berlin-Mitte
Beschluss A18/I/2018

Zusatzgebühren für die Bestattung hochgewichtiger Menschen

„Man schließt die Augen der Toten behutsam; nicht minder behutsam muss man die Augen der Lebenden öffnen.“ Behutsamkeit, in diesem von Jean Cocteau gewähltem Wort stecken Achtung und Würde gleichermaßen. Dem Toten gegenüber ist sie eine letzte stille Anerkennung seiner Menschlichkeit, den Hinterbliebenen ein Trost. Sie muss daher Prämisse sein für alle, die diesen letzten Weg gestalten. Dazu passen weder Rabattschlachten noch Zusatzgebühren, wie sie für die Beisetzung hochgewichtiger Menschen in mehreren Städten in Süddeutschland eingeführt wurden.

Der Mensch ist Teil seiner Gemeinde, unabhängig vom Körpergewicht. Wer den gesellschaftlichen Zusammenhalt fordert, muss sich hierzu klar bekennen – das schließt den Tod mit ein. Ja, für die Bestattung werden zusätzliche Sargträger und ein größeres Erdloch benötigt. Eine Form der Finanzierung, die den hochgewichtigen Menschen nicht aus unserer Gemeinschaft löst und auf ein abzuwiegendes Stück Fleisch reduziert, müssen wir aber genauso im Blick haben.

Gewichtsdiskriminierung: ein Fall für den Verbraucherschutz

Für das Verbrauchermagazin SUPER.MARKT sucht der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) dicke Menschen, die Fälle schildern, in denen sie als Verbraucher*in stark benachteiligt oder sogar diskriminiert wurden. Den Impuls für das Sendungsthema gab laut Redaktion „der Fall einer Zuschauerin, die ein Sofa reklamieren wollte, was ihrer Meinung nach schlecht gepolstert war und erhebliche Stabilitätsmängel hatte. Sie bekam zu hören, dass es sich um eine Überbelastung aufgrund ihres Gewichts handelt.“

Der Sender möchte darüber hinaus positive Beispiele in den Fokus rücken und hofft auf Tipps, wo in Berlin und Umgebung Geschäfte zu finden sind, die sich gezielt an den Wünschen und Bedürfnissen dicker Menschen orientieren. Die GGG stellt hier gern den Kontakt her und leitet entsprechende Empfehlungen weiter.

Was bedeutet die GroKo für das Thema „Gewichtsdiskriminierung“?


Seit den frühen Morgenstunden steht fest, dass Deutschland zukünftig von einer Großen Koalition regiert werden wird. Mit CDU, CSU und SPD kommen dabei Parteien zusammen, die sehr unterschiedliche Position zum Thema Gewichtsdiskriminierung vertreten. Die Union sieht hier zu allererst Forschungsbedarf und lehnt einen eigenen Diskriminierungsschutz für das Merkmal Gewicht ab. Die SPD dagegen will das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) weiterentwickeln. Basis hierfür soll der Dritte Bericht der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS)​ sein. Aus diesem Bericht geht ein hohes Diskriminierungsrisiko für dicke Menschen im Bereich Gesundheit und Pflege hervor. Ein gesetzlicher Diskriminierungsschutz für das Merkmal Gewicht läge damit auf der Hand.

„Wir verurteilen Rassismus und Diskriminierung in jeder Form“, dieser Satz aus dem Koalitionsvertrag beschreibt den kleinsten gemeinsamen Nenner der Positionen: die Ablehnung von Gewichtsdiskriminierung. Damit lässt sich in dieser Legislaturperiode eine Erweiterung des Merkmalkatalogs des AGG nicht herbeiführen, allerdings verschafft der Satz „Aktionspläne werden wir fortführen und weiterentwickeln“ der SPD womöglich eigene Handlungsspielräume. … weiterlesen

Wie erleben dicke Jugendliche den Einstieg in die Arbeitswelt? Interviewpartner*innen gesucht

Gewichtsdiskriminierung ist bisher ein wenig beforschtes Thema in Deutschland. Wir freuen uns daher sehr, eine weitere Anfrage aus dem Bereich Wissenschaft & Forschung weiterzugeben. Dies Mal werden dicke Jugendliche und junge Erwachsene gesucht, die schildern, wie sie ihren Berufseinstieg erleben. Bei Interesse stellen wir gern den Kontakt her.

„Gewichtsdiskriminierung bei der Ausbildungssuche ist das Thema meiner Bachelor-Arbeit, die ich zurzeit im Rahmen meines dualen Studiums schreibe. Die Fragestellung ist, ob und inwiefern dicke Jugendliche und junge Erwachsene bei der Bewerbung um betriebliche Ausbildungsstellen aufgrund ihres Körpergewichts benachteiligt werden. Daher suche ich Personen im Alter zwischen 15 und 25 Jahren mit hohem Körpergewicht, die sich in der Ausbildungssuche befinden oder noch bis vor kurzem befunden haben, um mit ihnen über ihre Erfahrungen zu sprechen. Das Gespräch wird in Interviewform durchgeführt, entweder persönlich oder telefonisch und dauert ungefähr eine bis anderthalb Stunden. Alle Gesprächsinhalte werden komplett anonymisiert, sodass kein Rückschluss auf die Person möglich ist.
Wenn Sie sich persönlich oder jemanden in Ihrem privaten Umfeld angesprochen fühlen, freue ich mich über eine Rückmeldung.

Zu meiner Person: Ich studiere im dritten Jahr an der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit im Studiengang „Beschäftigungsorientierte Beratung und Fallmanagement“ (neu: „Beratung für Bildung, Beruf und Beschäftigung“), bin vierzig Jahre alt und ein Mensch mit hohem Körpergewicht. Da ich selbst und auch Personen in meinem Umfeld entsprechende Erfahrungen mit Gewichtsdiskriminierung gemacht haben, habe ich mich entschieden, dies zum Thema meiner Abschlussarbeit zu machen.“

Shopping wird komfortabler: Der Handel entdeckt breite Gänge als Wettbewerbsvorteil

„Die Zukunft des Handels ist das Einkaufserlebnis“, das war klarer Konsens der Anwesenden Vertreter*innen des Handels in der gestrigen Bezirksverordnetenversammlung von Berlin Mitte. Gute Nachrichten für dicke Menschen: auf breite Gänge wird hierbei in besonderem Maße Wert gelegt. „Unsere Märkte sind heute insgesamt zwei Meter breiter bei gleicher Anzahl von Regalen“, so Jenny Stemmler von der Lidl Dienstleistung GmbH. Doch die räumliche Situation ist nur ein Faktor, der die Bummellaune beflügelt, ein weiterer, besonders entscheidender, ist das Sortiment.

Vor allem im Bereich Bekleidung hat der Handel hier die Bedürfnisse dicker Menschen bisher verschlafen. „Ein Drittel der Damenoberbekleidung wird inzwischen online erworben.“ Diese von Nils Busch-Petersen vom Handelsverband Berlin-Brandenburg eingebrachte Zahl verwundert wenig. In den meisten Bekleidungsgeschäften ist die Auswahl ab Konfektionsgröße 50 nicht nennenswert. Der Druck durch den steigenden Anteil des Online-Handels ist damit ein Stück weit hausgemacht. Für eine Trendwende wird der ortsansässige Handel den dicken Menschen jenseits von Diät-Produkten und Shaping-Unterwäsche als Konsumenten entdecken müssen.

Weiter Informationen finden Sie in demnächst im Protokoll zur 11. öffentlichen Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Arbeit, Ordnungsamt und Gleichstellung – Top 4.2 Einzelhandel in Mitte vor großen Herausforderungen.

Das Theaterprojekt LET’S MEET sucht Frauen* für die dicke Perspektive

Für das Frauen* Theaterprojekt LET’S MEET werden noch Frauen* in Köln und Umgebung gesucht. Der Veranstalter, das Sommerblut Kulturfestival​, hat es sich zum Ziel gemacht, Impulse für gesellschaftliche Diskurse und Weiterentwicklungen zu geben. Grundlage der Inszenierung ist „die Bedeutung von Frau-Sein in unserer Gesellschaft“, die aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden soll. Wir würden uns freuen, wenn sich einige Frauen* finden, die hier die dicke Perspektive einbringen. Die Kennenlerntreffen finden an folgenden Terminen um 19:00 Uhr statt:

29.01.2018
05.02.2018

WiNHaus International
Dormagener Straße 5
50733 Köln

Die Proben starten Anfang Februar. Sie sind interessiert, aber haben noch Fragen? Sie erreichen das Projekt über die E-Mail-Adresse letsmeettheaterprojekt@gmail.com. Es wird in Zusammenarbeit mit DaMigra​, dem Dachverband der Migrantinnenorganisationen realisiert, mit dem wir selbst bereits für unser Projekt Die Wahlprüfsteine​ zusammengearbeitet haben.

Flyer des Frauen* Theaterprojekts LET’S MEET

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