Die Lammily – ein gelungener Gegenentwurf zur Barbie

Die Barbie von Mattel ist eine Erfolgsgeschichte, die bis in die späten 50er Jahre zurückreicht. Als Anziehpuppe mit einer großen Auswahl an Kleidung konzipiert, spiegelt ihre Garderobe noch heute die aktuelle Mode wieder und manchmal sogar ihre Schöpfer: So ist Karl Lagerfeld inzwischen Seite an Seite mit Ken in der Spielzeugabteilung erhältlich.

Die Mode hat sich seit den Anfängen der Barbie stark verändert, ihr Körper nicht: Noch heute sind die Füße der weiblichen Barbie auf hohe Schuhe zugeschnitten, so dass sie barfuss nicht stehen kann, und um ihre unverhältnismäßig schmale Taille zu erreichen, müsste man in der Realität sicherlich auf ein paar Organe verzichten – ein bei den Prinzessinnen von Disney ebenfalls stark verbreitetes Problem.

Sie singen, sie lachen, sie tanzen. Sie haben ihre eigenen Filme, in denen sie als Menschen agieren und oft Probleme haben, die Kindern sehr vertraut sind. Damit überschreiten diese Figuren und Puppen eine Grenze und fast unmerklich schleicht sich ein unerreichbares Körper(vor)bild im Kinderzimmer ein. Dafür ist Mattel oft kritisiert worden – auch in Form von Kampagnen:

1997 – Ruby, The Bodyshop
„There are 3 billion women who don’t look like supermodels and only 8 who do.“

2013 – Plus Size Barbie, Plus-Size-Modeling.com
„Should toy companies start making Plus Sized Barbie dolls?“

Beide Kampagnen machten mit einer dicken Barbie auf das Problem des von Mattel transportierten unrealistischen Körperbildes aufmerksam.

Die Lammily von Nickolay Lamm geht einen etwas anderen Weg. Ihre Körperform wurde statistisch errechnet und spiegelt eine durchschnittliche, amerikanisches Frau von 19 Jahren wieder. Während DIE WELT in ihrem Artikel „Die Anti-Barbie hat Akne und Cellulite“ noch von einer Barbie „mit Kurven und einigen Problemzonen“ spricht, wird auf der Website von Nickolay Lamm schnell klar, dass es für den Erfinder der Lammily Doll keine Problemzonen gibt. Sein Erweiterungsset für die Individualisierung der Puppe beinhaltet Tattoos und Sommersprossen genauso wie Narben oder Cellulite. Er nennt es vollkommen wertungsfrei „Lammily Marks“.

Wir wünschen der Lammily viel Glück und hoffen, dass sich der Designer entschließt nach und nach die gesamte Vielfalt der Körperformen abzubilden.